18. Mai 2018
Gabriela Litzenburg

Elektro-Autos sind in die Schlagzeilen geraten, weil sie schnell feuerfangen und schwer zu löschen sind. Es fehlt einfach die Erfahrung im Umgang mit den E-Mobilen. Was Probleme im Fahrbetrieb betrifft als auch bei der Brandbekämpfung. Man weiß mittlerweile, dass die Hochvoltnetze bei Elektroautos brandgefährlich sind. Und Stromschläge von 600 Volt zudem tödlich sein können, wenn man elektrische Teile am Auto versehentlich falsch berührt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man nach Bergungsaktionen mit der Hochspannung in Berührung kommt. Dazu gesellt sich ein entscheidender Faktor: Die Akkus der Automobile sind offensichtlich hitzeanfällig und fangen schnell an zu brennen. Kein gutes Indiz für die zukunftsweisende E-Mobilität.

Der Antrieb beim E-Auto besteht aus einem Hochvolt-Netz, das Bordnetz dagegen hat lediglich 12-Volt-Leistung, und ist daher ungefährlich für Fahrzeuginsassen. Anders sieht es aus, wenn  man am Antrieb hantieren muss, wenn z.B. nach einem Unfall der Wagen zusammengedrückt ist. Dann laufen Retter Gefahr, den Stromkreislauf zu kontakten, was tödlich enden könnte. Ein brennendes E-Fahrzeug zu löschen, stellt außerdem eine eigene Herausforderung dar. Doch warum geraten diese Fahrzeuge in letzter Zeit überhaupt vermehrt in Brand? Erste Schlussfolgerung: Bei den Lithium-Ionen-Akkus kann es schnell mal zu einer chemischen Reaktion kommen, durch Überhitzung beispielsweise, und dann kann es zu einer explosionsartigen Entzündung kommen. Meisten steht dann ganz schnell der gesamte Wagen in Flammen. Wenn somit eine Batteriezelle geschädigt wurde, kann es sein, dass Restspeicherenergie im Akku verbleibt und sich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch entzündet. Normalerweise sollen wie bei Daimler die Batterien im Fall eines technischen Fehlers sofort abschalten und innerhalb eines mehrstufigen Sicherheitssystem dafür sorgen, dass nichts und niemand zu Schaden kommt. TESLA als Vorreiter der E-Mobilität verweist auf Hinweise im Handbuch des Wagens, wenn die Sprache auf die Fehlerreduktion kommt. Der Brand verschiedenster E-Modelle verschiedenster Hersteller zeigt deutlich, dass noch eine Menge Verbesserungspotential in der Technologie steckt.

Die moderne Hochvolttechnik ist zwar Teil unserer Zukunft, doch bereits ein kleiner Kurzschluss in den elektrischen Leitungen kann zum vernichtenden Brand führen, selbst wenn Hersteller wie BMW behaupten, dass Schmelzsicherungen in den Batterien den Stromfluss unterbrechen und dann die Brandgefahr ausgeschlossen wird. Dennoch gibt es E-Modelle, wo die Deaktivierung des elektrischen Antriebssystems nicht automatisch erfolgt, so dass im Problem- oder Schadensfall durchaus mit dem Entzünden der Karosserie gerechnet werden muss. Da ist die Technik augenscheinlich noch nicht ausgereift. Denn die starken, leistungsfähigen Akkus, groß und schwer wie vollgepackte Reisekoffer, haben ein riesiges Brennpotential, was bedeutet, dass ein brennender Akku nicht einfach gelöscht werden kann, sondern „unschädlich“ gemacht werden muss mit Spezialschaum, den nur Feuerwehren mit sich führen. Der mitgeführte Autofeuerlöscher kann gegen die Feuersbrunst eines Hochleistungsakkus nichts ausrichten. Stellt sich die Frage, wie man speziell bei Unfällen batteriebetriebene Fahrzeuge sicherer machen kann. Als nächstes muss beantwortet werden, welche Vorgehensweise für Retter und Feuerwehr bei einem Unfall mit E-Autos die wirkungsvollste und sicherste ist. Noch ist das E-Tankstellennetz in Europa nicht so gut ausgebaut, dass man an jeder Ecke mit Elektroautos rechnen muss – doch die Zukunft nähert sich mit großen Schritten.