5. März 2018
Gabriela Litzenburg

Die Deutsche Bank musste unter ihrem derzeitigen Chef John Cyran richtig Federn lassen und hat im abgelaufenen Jahr 2017 einen Verlust nach Steuern in Höhe von 500 Mio. Euro gemacht. Soweit ist es gekommen mit den einstigen Vorzeige-Bankern aus Frankfurt, die in dicken Bürotürmen hoch über dem Main residieren und dafür gesorgt haben, dass von vollmundigen Arroganz-Aussagen und hochgesteckten Renditezielen nichts mehr geblieben ist. Das Image komplett ramponiert, wird die Deutsche Bank auch weiterhin von den amerikanischen Justizbehörden gejagt und auf Milliardenbeträge verklagt. Wegen Markt,- Kurs- und Zinsmanipulationen im ganz großen Stil. Wo andere Arbeitnehmer ihren Job mit fristloser Kündigung verlieren, gönnen sich die Banker der einst mächtigsten Bank Deutschlands noch fette Provisionen und Bonuszahlungen.

Ein Riese in der Krise

Der Messias, so wurde hinter vorgehaltener Hand geulkt, sei angetreten, um die Deutsche Bank wieder an die Spitze des nationalen wie internationalen Bankgeschäftes zu führen. Einst, als man John Cyran mit viel Brimborium an die Spitze des Frankfurter Geldhauses hievte. Doch aus Euphorie ist mittlerweile Frustration geworden, denn die Bank hat seit seinem Amtsantritt 2015 etwa 47% an Wert verloren. Die Aktie, die nie unter 54 -55 Euro notierte, dümpelt bei 13 Euro seit Monaten herum, und niemand sieht einen Trend, der nach oben führt. Als Sanierer geholt, haftet J. Cyran das traurige Image eines Kapitalvernichters an, dessen Führungsstil ausschlaggebend für den Abstieg der Großbank zu sein scheint. Und nicht wie von Bankenseite behauptet durch die Aufräum- und Sanierungsarbeiten – immer noch ein Relikt der Finanzkrise. Zwar werden ohne Ende Bankfilialen geschlossen und Aufhebungsverträge mit Mitarbeitern gemacht, aber trotzdem behaupten Analysten und Kenner des Börsenparketts, man unterschätze die Gesamtsituation des Instituts und spare nicht genug. Das sieht man an paradoxerweise steigenden Vergütungen, die trotz miserabler Wirtschaftslage an Mitarbeiter der gehobenen Ebene gezahlt werden. Vorbei sind die glorreichen Zeiten, als Josef Ackermann das Zepter geschwungen hat und das Bankhaus hochprofitabel zum „primus inter pares“ gemanagt hat. Mit gigantischen Konzerngewinnen, allerdings auch mit einer arroganten Attitüde, die sich ein souveräner Spitzenreiter eigentlich sparen sollte. Aber so ist die Deutsche Bank: Es fällt allen Beteiligten schwer zu realisieren, dass der Abstieg in niedere Gefilde mit Einbußen versehen ist und mit knallharter Kritik der eigenen Person. Denn auch in der Krise stiegen die Gesamtkosten um ca. 3%, heißt, dass die Ratio „Aufwand zu Ertrag“ statt zu sinken weiter angestiegen ist. Eine bittere Erkenntnis, die den Führungsstil des potentiellen „Retters“ deutlich in Frage stellt.

Die Aktionäre hoffen unterdessen, dass die Talfahrt der Aktie unterbrochen wird, denn auch 2018 verlor das Papier weitere 16%. Man steckt in der größten Krise der Geschichte des Geldhauses, deren Ende nicht absehbar ist. Denn immer wieder gibt es neue Beweise, wie raffiniert z.B. die Investmentbanker mit betrügerischen Transaktionen Geld verdient haben, was ihnen nun zur Last gelegt wird. Verfahren „noch und nöcher“ sind bei der Deutschen Bank anhängig, und ramponieren den Bankenstandort Frankfurt und den Anspruch, zu den Größten der Welt zu gehören. Ein Bankhaus, welches eine halbe Milliarde Verlust einfährt, hat längst jeglichen Kredit bei Kunden, Aktionären und Partnern verspielt. Da mutet eine Arroganz-Entgleisung eines Hilmar Kopper, der in der „Schneider-Krise“ seinerzeit von Peanuts sprach, wenn es um Einbußen in 3-stelliger Millionenhöhe ging, wie ein Fauxpas eines vorlauten Bengels an. Eben nicht so dramatisch, wenn das Unternehmen trotzdem Milliarden verdient. Doch diese erfolgreichen Zeiten sind lange passé.