27. Januar 2020
Anastasia Bergstern

Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft schreitet immer schneller voran. Smarte Unternehmen revolutionieren mit disruptiven Geschäftsmodellen eine Branche nach der anderen und machen den etablierten Unternehmen ihre Marktanteile strittig. Die agilen Start-Ups erreichen immer öfter in Rekordzeit Bewertungen in Milliardenhöhe. Die Gründer dieser sogenannten „Einhörner“ werden von einer ganzen Generation als Stars gefeiert.

Apples verstorbener Gründer Steve Jobs oder Tesla-Chef Elon Musk sind weit mehr als nur Unternehmer. Beide sind für ihre Fans Ikonen, sie gelten als Vorbilder einer Generation, die mit dem Internet und den Diensten von Google, Facebook und Amazon aufgewachsen sind. Die Stars des Silikon-Valley haben einen neuen Unternehmertypus etabliert: Jung, dynamisch und häufig exzentrisch, aber voller Tatendrang und mit großen Visionen.

Die Digital Natives haben einen massiven Einfluss auf die Wünsche und Zukunftspläne der Jugend. Früher wollten Kinder noch Astronaut, Sängerin oder Polizist werden. Fragt man heute nach, fallen die Antworten oft exotischer aus: Influencer, Youtuber oder Gamer – Hauptsache, etwas in den sozialen Medien, möglichst nah an den eigenen Interessen. „Die beruflichen Ziele vieler junger Menschen sind Unabhängigkeit, Freiheit und ein erfülltes Arbeitsleben“, kommentiert Robert Nabenhauer, Herausgeber des auf Start-Ups spezialisierten Fachmagazins Digital Freaks.

Digitalisierung bietet Gründern einmalige Chancen

Für Unternehmensgründer bietet die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft eine historische Gelegenheit. Fachleute sprechen von der „4. Industriellen Revolution“, deren Ausmaß, Reichweite und Komplexität eine noch nie erlebte Erfahrung darstellen wird. Harvard Professor Clayton M. Christensen prägte in seinem Hauptwerk „The Innovator‘s Dilemma“ den Begriff die Theorie der disruptiven Technologien, die bereits bestehende Technologien, Produkte oder Dienstleistungen ersetzen oder diese vollständig vom Markt verdrängen.

„Das Internet bietet Start-Up-Unternehmen die Möglichkeit auch mit wenig Kapital kreative Geschäftsideen zu realisieren“, erklärt Robert Nabenhauer. Historisch gesehen habe es nur wenige Zeiten gegeben, die Unternehmern ähnliche Chancen geboten hätten. Junge Menschen müssten die Gelegenheit nur ergreifen und würden auch immer häufig den Schritt einer Unternehmensgründung wagen.

Im Fachmagazin Digital Freaks veröffentlicht Social Media Spezialist Nabenhauer regelmäßig Porträts deutscher Start-Ups, die sich mit ihren Geschäftsmodellen etablieren konnten. „Digital Freaks ist eine führende Onlineplattform, die vor allem Unternehmer, Solo Entrepeneure und Freelancer mit relevanten Informationen versorgt und mit inspirierenden Storys zur Gründung anregen soll“, erläutert Herausgeber Robert Nabenhauer die Idee des Magazins.

New Work: Neue Geschäftsmodelle, neue Arbeitsabläufe

Der Erfolg und das schnelle Wachstum vieler Start Ups verändern zunehmend auch klassische Arbeitsabläufe, Hierarchien und Unternehmensstrukturen. Insbesondere Unternehmen aus der Kreativ- und IT-Branche setzen auf agile Teams anstelle klassischer Arbeitsorganisation und brechen mit der Tradition fester Arbeitszeiten und -orte zugunsten von Selbstorganisation innerhalb kleiner Einheiten, stets verbunden mit klar definierten Zielvorgaben.

Für Mitarbeiter bedeutet die neue Arbeitswelt mehr Freiheit, aber auch höhere Eigenverantwortung. „In vielen Digitalunternehmen trägt jeder Mitarbeiter eine Verantwortung für den Erfolg des Teams – das steigert Motivation und Eigenständigkeit“, sagt Robert Nabenhauer, Herausgeber von Digital Freaks. Der Sprung zum Unternehmer sei unter einer solchen beruflichen Sozialisierung nicht mehr so groß, meint der Digitalisierungsspezialist: „Wenn alles gut verläuft, wird in der Start-Up-Szene eine Generation junger, dynamischer Unternehmer ausgebildet, die  mit kreativen Geschäftsmodellen den Unternehmensstandort Deutschland in die Zukunft führen.“