2. Januar 2020
Anastasia Bergstern

25 Prozent Kursplus: Für den Dax war 2019 ein erfolgreiches Jahr. Doch stehen die Chancen für 2020 auch so gut?

2019 war ein hervorragendes Jahr für die Aktienmärkte. Nicht nur in Europa ging es bergauf, auch die USA konnte einen Anstieg verbuchen.
Für 2020 sehen die Prognosen auf den ersten Blick auch gut aus. Die Statistiken sprechen jedenfalls dafür: Wenn sich die Frühindikatoren verbessern, ist dies für 15 Prozent jährliche Aktienperformance gut. Zudem legen Aktien in US-Wahljahren durchschnittlich um 8 Prozent zu.

Doch nicht nur die Statistiken sprechen für eine gute Rendite im neuen Jahr. So dürften sich Unsicherheitsfaktoren wie der Handelsstreit zwischen China und den USA und der Brexit stabilisieren.

What about the wall street?

Die USA erleben momentan den längsten Aufschwung in ihrer Geschichte und liegen somit im Fokus vieler Marktexperten. Dank eines robusten Konsums wächst die Konjunktur in Übersee stetig. Gemeinsam mit niedrigen Notenbankzinsen sorgt das für eine positive Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft. Für die weitere konjunkturelle Entwicklung ist auch der Aspekt der stabilen Arbeitsmärkte relevant. Zudem dürfte Donald Trump im Wahljahr versuchen die Stimmung an den Börsen einzuheizen und sich dementsprechend mit neuen Zoll-Drohungen zurückhalten.

Dennoch warnen einige Experten auch vor einer zu optimistischen Stimmung. So behauptet der Marktexperte vom Online-Broker LYNX, Sascha Sadowski, „dass der Aktienmarkt im 10-Jahres-Rhythmus immer um einen Mittelwert pendelt. Leider lässt das für die nächsten Jahre nichts Gutes für den amerikanischen Markt erhoffen.“ Dabei bezieht er sich auf historische Zahlen und die Daten des Wirtschaftsnobelpreisträgers Robert Shiller, die eine deutliche Tendenz zur Entwicklung der Börse zeigen. Auf zehn starke Jahre folgen demnach zehn mittelmäßige oder schlechte und umgekehrt.

Europa ist auf Kurs

Im Prinzip stehen auch hier für 2020 alle Zeichen auf Hausse. Der Handelskonflikt, der die wirtschaftliche Entwicklung weltweit belastet, wird sich höchstwahrscheinlich entspannen. Obwohl Trump aufgrund seines unvorhersehbaren Temperaments immer eine potentielle Unsicherheit bleibt, wird sich bei ihm alles um seinen Wahlkampf drehen, denn er braucht gerade auch im Rahmen des laufenden Amtsenthebungsverfahren gute Neuigkeiten, um wiedergewählt zu werden.

Ein weiterer Pluspunkt für die Börsen ist das moderate Wachstum der Konjunktur. Für 2020 gehen die Prognosen für Europas Wirtschaftswachstum in Richtung 1,5 Prozent. Es bleibt also beim Niveau von diesem Jahr. Deutlich wird: der Trend zeigt nach oben. Wenn die Prognose auch nur zurückhaltend optimistisch ist, für die Börsen ist sie von Vorteil, denn geringe Wachstumsraten sind für Aktienmärkte profitabel.

2020 – ein weiteres Jahr mit niedrigen Zinsen

Für das kommende Jahr gibt es aufgrund knapper Wachstumsaussichten und hoher Staatsverschuldung gute Nachrichten: Die Niedrigzinsen werden uns weiterhin begleiten, verschaffen den Anlegern Spielraum für Investitionen und Aktien bleiben attraktiv. Obwohl die neue EZB-Chefin Christine Lagarde einen neuen Stil in ihrer Geldpolitik ankündigte, bleibt eine grundlegende Veränderung dieser erst einmal unwahrscheinlich. Anzeichen dafür gibt es bisher jedenfalls keine und somit bleibt es zunächst einmal bei der Fortsetzung des Niedrigzinses.

Die Aussichten für den Dax

2019 stieg der Dax in zwei Schüben. Der erste fand von Januar bis Juli statt und brachte 21 Prozent Kursgewinn mit sich. Er stieg von 10.380 auf 12.600 Punkte. Nachdem die Sommerkorrektur stattgefunden hatte, fand ab August dann bei 11.400 die zweite Phase des Anstiegs statt. Theoretisch könnte der Dax bis Februar auf 13.800 Punkte kommen, dies würde allerdings eine Beruhigung politischer Fronten, beständige Niedrigzinsen und eine erholte Wirtschaft voraussetzen. Die Dynamik im Markt ist allerdings ungebrochen und die Anlegerstimmung positiv.

Alle Signale und Prognosen sprechen also für Investitionen in Aktien im kommenden Jahr. Ähnlich wie 2019 wird 2020 ein ertragreiches Börsenjahr. Auch eine eventuell aufkommende Finanztransaktionssteuer sollte daran nichts ändern.