23. September 2019
Petti

1. Verlagerung des Fokus auf positive Investitionen zur Bekämpfung des Klimawandels

Erwarten Sie mehr Diskussionen über die Notwendigkeit positiver Investments zur Klimawandelbekämpfung statt Desinvestitionen und Negativprüfungen. Wie Bill Gates diese Woche sagte, sollten Investoren „ihr Geld und ihre Energie in die disruptiven Technologien investieren, die die CO2-Emissionen verlangsamen“.

Die positive Allokation in Unternehmen, die den Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft ermöglichen, bietet Investoren die Möglichkeit, einen Bereich des strukturellen Wachstums zu erschließen – und das Potenzial, das Kohlenstoffrisiko an anderer Stelle in ihren Portfolios auszugleichen. Das Universum der Dekarbonisierungsunternehmen ist groß und vielfältig, hat aber auffallend wenig Überschneidungen mit dem MSCI All Country World Index oder dem FTSE 100. Das bedeutet, dass viele Vermögenseigentümer den Wegbereitern und Nutznießern der Dekarbonisierung nicht ausreichend ausgesetzt sind.

2. Die Herausforderung der Klimadaten

Erwarten Sie nächste Woche eine Diskussion darüber, wie große Datenmengen und neue Forschungstechniken genutzt werden können, um unser Verständnis von Klimarisiken und -auswirkungen zu verbessern. Die Arbeit des Carbon Disclosure Project hat Unternehmen, Asset Manager und Eigentümer dazu veranlasst, bessere Daten bereitzustellen, die Klimaauswirkungen zu messen und das CO2-Reporting zu verbessern. Unserer Meinung nach muss sich dies beschleunigen.

Die Messung der CO2-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens hinweg (z.B. nicht nur allein der Kohlenstoff, der bei der Herstellung eines Autos verbrannt wird – sondern auch der beim Fahren verbrannt wird) ist unerlässlich, wird aber oft übersehen. Auch weil er aus Datensicht immer noch eine Herausforderung darstellt. Es wird geschätzt, dass über 90% der CO2-Emissionen, die auf FTSE 100 oder FTSE 250 Unternehmen zurückzuführen sind, ‚Scope 3‘ Emissionen sind. Darunter versteht man Emissionen, die durch ihre Produkte nach dem Verkauf entstehen. Jedoch werden die Scope 3-Emissionen oft nicht gezählt, was darauf hindeutet, dass das Klimarisiko in den Portfolios der Investoren massiv unterschätzt wird.

Die Daten sind nicht perfekt, werden aber von Tag zu Tag besser. 2.110 Unternehmen berichten weltweit über Scope 1 und 2 Emissionen, und 1.942 globale Unternehmen melden nun einige Scope 3 Kohlenstoffdaten an das CDP (von denen 1.156 diese Daten unabhängig verifizieren lassen). Im Jahr 2016 waren es noch 1.812. Die Qualität der Scope 3-Daten befindet sich noch im Anfangsstadium, da nur wenige Unternehmen alle 15 Kategorien melden.

3. Sicherstellung eines gerechten Übergangs: Wie kann die Gesellschaft einen fairen Übergang schaffen?

Das Risiko, an „stranded assets“ festzuhalten, wenn sich die Welt von fossilen Brennstoffen entfernt, ist allgemein bekannt. Doch die Gefahr von „gestrandeten Arbeitern“ und „gestrandeten Bevölkerungsgruppen“ beginnt erst jetzt Aufmerksamkeit zu erregen. Es ist dringend notwendig, nicht nur über einen Energiewechsel, sondern auch über einen fairen Wandel nachzudenken.

Die Geschichte zeigt, dass Regierungen, Unternehmen, Gemeinden und Arbeitnehmer praktische Schritte unternehmen können, um einen fairen Energiewandel zu unterstützen. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) besteht beispielsweise ein erhebliches Potenzial für mehr Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich der erneuerbaren Energien. Mehr als zehn Millionen Menschen sind bereits in Bereichen der erneuerbaren Energien beschäftigt, 43 Prozent davon allein in China, und diese Zahl wächst stetig.