23. August 2019
Anastasia Bergstern

Urlaubszeit, heißt auch für uns Reisezeit. Nachdem bereits in Spanien waren auf den Inseln Fuerteventura und Gran Canaria, hat es uns diesmal aufs Festland, in den Norden der Costa Blanca ,nach Denia verschlagen. Der Küstenort ist auf der Höhe von Ibiza, die Partyinsel ist ebenso mit der Fähre, innerhalb von nur 3,5 Stunden erreichbar. Die 10.000 Einwohner Stadt liegt zwischen Valencia im Norden und Alicante im Süden.

Anreise und Abreise mit Ryanair – Alicante Flughafen

Anders als unserer Tester im Reisebericht zu Sofia und Burgas in Bulgarien, funktionierte bei der Reise von Berlin Tegel nach Alicante alles reibungslos. Die Online-Check-In wurden für die vier Reisetester im Vorfeld sorgfältig ausgefüllt und ausgedruckt, nichts sollte bei dieser Reise und insbesondere mit Ryanair schiefgehen. Während der Hinflug wenig spektakulär verlief, gab es beim Rückflug wieder einmal zumindest für einen Reisen eine unangenehme Überraschung. Auf dem Rückflug von Alicante nach Berlin, musste ein Tester einen Tag früher, als die Gruppe abreisen. Obwohl die Flüge ebenfalls lange im Voraus gebucht waren, der Check-In funktionierte, war für einen Ryanair-Mitarbeiter das Handgepäck plötzlich zu groß, Aufpreis 25 Euro. Auf dem Hinflug hat das gleiche Handgepäck noch gepasst und niemand von Ryanair interessierte sich dafür, auf dem Rückweg wurde abkassiert. Unser Tester wird auf die Billigflugairline in Zukunft verzichten können. In den letzten drei Reisen mit Ryanair gab es immer unangenehme Vorkommnisse.

Die Flugzeit von Berlin nach Alicante beträgt zwischen 2,5 Stunden und 3 Stunden. Gelandet in Spanien erwarten einen in Alicante eine große Baustelle, scheinbar überall wird gebaut, dem Flughafen inbegriffen. Das Klima ist je nach Jahreszeit warm oder heiß, die Temperaturen sinken nie unter 15 Grad/Celsius. Auf dem Weg nach Denia erwartet Touristen eine neugebaute Autobahn, die eine Maut in Höhe von ca. 9 Euro pro Durchfahrt verlangt, ungefähr 15 Kilometer von Alicante entfernt liegt ein unheimlicher Ort. Neugebaute Skyliner, „das kleine Seattle“ ist von der Autobahn aus zu sehen. Eine traurige Hinterlassenschaft aus den Bauboom Jahren. Meist russische oder asiatische Ausländer kauften sich Wohnungen mit großen Renditeversprechungen direkt mit Meerblick. Bei Vorbeifahren konnten die Reisen in nur 1% aller Gebäude ein Licht im Fenster leuchten sehen.

Denia hat für jeden etwas zu bieten

Denia ist ein kleiner Küstenort mit einem Yachthafen und darüberliegenden „Club“, der am Wochenende eine Disco-Party veranstaltet und innerhalb der Woche, als Bar mit Meerblick dient. Am Yachthafen tummeln sich Einheimische, wie Touristen. Dort werden auch die Drogendeals abgewickelt. Meist junge Einheimische (+18) kommen mit Motorrollern oder in einem Auto und übergeben Kokain, Marihuana oder Speed. Dies kann täglich beobachtet werden. Allerdings ist der Hafen mehr, als ein Ort der Exzesse, denn er ist auch zentraler Ausgangspunkt, um zur Altstadt oder zum Strand zu kommen. Am Strand bietet sich viel Platz für Sportaktivität wie Volleyball und Fussball, aber auch für Kinder ist eine Hüpfburg-Landschaft im Meer aufgebaut. Eine Tageskarte kostet 20 Euro.

In der Altstadt erwartet die Gäste die Plaza, mit Blick auf den großen Montgó, der fast einen Kilometer hoch ist. An der Plaza sind Restaurants und Bars, mit meist osteuropäischen Bewirtungen. Alle Arten von Drinks werden angeboten und kosten ca. die Hälfte im Vergleich zu Deutschland. In den Restaurants gibt’s tagesfrischen Fisch und andere Tapas und Meeresfrüchte. Denia bietet mit dem Wahrzeichen Montgo auf der einen und dem Mittelmeer auf der anderen Seite eine Kulisse fürs Paradies.

Von der Natur gegebene Schönheit

 

Der Montgó ist Bestandteil des Gebirgszuges der Betischen Kordillere, innerhalb derer er zur Präbetischen Zone zählt. Da er sich, isoliert von den benachbarten Bergketten, abrupt über seine Umgebung erhebt, bildet er eine von weitem sichtbare und auffallende Landmarke. Diese Situation ist tektonisch bedingt. Unmittelbar nördlich und südlich des Berges verläuft jeweils in ost-westlicher Richtung eine Verwerfung. Dazwischen ist der Montgó herausgehoben. Nach einer Geschichte als römischer Flottenstützpunkt mit dem Namen Dianium und als Sitz eines maurischen Taifa-Königreiches und einer spanischen Markgrafschaft ist Dénia heute Hauptstadt der comarca Marina Alta und als beliebtes Urlaubsziel stark durch den Tourismus geprägt. Die an einem Naturhafen gelegene römische Hafenstadt „Dianium“ ist ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar; zunächst als Flottenstützpunkt, während der römischen Kaiserzeit als municipium. Nach der relativ kurzen Herrschaft der Westgoten im 6. und 7. Jahrhundert wurde Dénia im 8. Jahrhundert von den Mauren erobert. Während dieser arabischen Herrschaft erlebte die Stadt eine kulturelle und wirtschaftliche Hochzeit, in der sie im 11. Jahrhundert Hauptstadt des Taifa-Königreiches von Daniya unter dem Ṣaqlabī al-Muğāhid al-’Amirī wurde, der als Heerführer der Amiriden hier nach dem Zerfall des Kalifats von Córdoba König wurde. Nach seinem Tod wurde das Königreich, das auch die Balearen umfasste, von den Banū Hūd erobert.

Im Jahr 1244 wurde Dénia durch die Reconquista von König Jakob I. von Aragón zurückerobert und zur Grafschaft, später zur Markgrafschaft erhoben. Francisco Gómez de Sandoval y Rojas, 5. Markgraf von Dénia, Graf von Lerma und Premierminister des spanischen Königs Philipp III., erreichte schließlich die Ernennung Dénias zur Stadt.