15. Juli 2019
Anastasia Bergstern

Der Minengigant Rio Tinto, die drittgrößte Minengesellschaft der Welt, hat das Aus für die weltgrößte Diamantenmine der Welt verkündet. Der Diamantenvorrat von Argyle im Westen Australiens sei weitgehend erschöpft, heißt es in der Mitteilung.

Diese Schließung könnte den Diamantenmarkt insgesamt verändern. Vor allem ist mit einem Preissprung zu rechnen für farbige Diamanten, insbesondere in Pink und Rosa. „Obwohl die Argyle-Mine 90 Prozent der weltweiten Produktion pinkfarbener Diamanten abwirft, würde der Ertrag an Steinen eines ganzen Jahres über einem halben Karat in eine Handfläche passen“, erklärte dazu Josephine Archer. „Die Chance, dass in Zukunft eine Mine ähnliche Erträge wie Argyle liefert, ist extrem niedrig“ erläuterte die Business Managerin für pinkfarbene Diamanten weiter. „Es sind heute keine anderen Minen oder Lagerstätten von pinkfarbenen Diamanten bekannt. Selbst wenn man eine neue Lagerstätte mit pinkfarbenen Diamanten finden würde, dauert es im Durchschnitt 10 Jahre von der Entdeckung bis zu einer abbaufähigen Mine.“

Die Produktion der Argyle-Mine in der entlegenen Ost-Kimberley-Region stand für rund 0,1 Prozent des weltweiten Diamantenangebots. Die Besonderheit darunter waren die seltenen auf dem Markt verfügbaren, pinkfarbenen Diamanten, 90 Prozent des Weltmarktes. Des Weiteren schürft die Mine große Mengen natürlich gefärbter Diamanten in den Farben Champagne, Cognac und dem seltenen Blau. Die Farben Champagne und Cognac bezeichnen hellbraune Diamanten.

Die Mine unter der Leitung von Rio-Tinto produziert jährlich 35 Millionen Karat an Rohdiamanten, doch nur 5 Prozent davon haben Edelsteinqualität. Weniger als 2 Prozent aller farbigen Argyle-Diamanten werden den pinkfarbenen Diamanten zugeordnet. Dabei sind die Argyle-Diamanten für ihre fantastischen Farben bekannt.

Das Bergwerk nimmt ein Gebiet von 450 Quadratkilometern ein. Das Alter der im Argyle-Schlot gefunden Diamanten lässt sich auf von 1,58 Milliarden Jahre beziffern. Der Vulkan, der den Schlot schuf, war 1,2 Milliarden Jahre lang aktiv. Diese Daten erlauben den Schluss auf eine relativ kurze Periode von etwa 400 Millionen Jahren, in der die Formation entstand, die Diamanten in dieser geringen Größe und diesem ungewöhnlichen physikalischen Charakter erzeugte.

Der Tagebau hält mit seiner Jahresproduktion von durchschnittlich 35 Millionen Karat (7000 kg) weltweit die Spitzenposition, etwa ein Drittel der Weltproduktion an Naturdiamanten. Den Spitzenwert markierte das Jahr 1994 mit 42 Millionen abgebauten Karat (8400 kg). Von diesen gewonnenen Mengen eignen sich lediglich 5 Prozent für die Schmuckherstellung. Seit Beginn des Abbaus im Jahre 1983 hat die Diamantenmine über 750.000.000 Karat (150.000 kg) Rohdiamanten gefördert.