19. Juni 2019
Anastasia Bergstern

Für den Bau von Indoor-Fischzuchtanlagen in einer Kreislaufanlage wirbt CEO Hans Acksteiner Investorenkapital ein. Das Konzept baut auf Zucht von am Markt stark nachgefragtem Zanderfleisch. Die konzeptionierten Anlagen sind marktreif, können praktisch überall errichtet werden und dann kontinuierlich produzieren. Seine Firma „Deutsche Edelfisch“ verspricht dafür Renditen von bis zu 8 Prozent, in Form von Genussrechten plus Gewinnbeteiligung an laufenden Verkaufserlösen. Im Interview erläuterte er uns Hintergründe und seine Motivation.

Rendite aus Bauprojekten, Goldminen, Windkraft oder Onlineshops haben wir alles schon gehört. Sie werben Gelder ein für Investitionen in Zander, einen schwer zu fangenden Edelfisch aus der Familie der Barschartigen. Wie und warum soll sich das rentieren?

Hans Acksteiner: Die Nachfrage nach Zander steigt in Deutschland. Der gesunde und grätenarme Speisefisch erzielt mit seinem festen Fleisch und sehr geringen Fettanteil hohe Marktpreise: weit über dem Lachs, nur knapp unter dem Stör, der Aal ist noch ein bisschen drüber. Wildfänge aus Seen und Flüssen decken den Bedarf seit Langem nicht mehr. Währenddessen stagnieren die Fangmengen und gelten als nicht steigerbar. Auch in den Hauptlieferländern Russland und Kasachstan sinken die Zandererträge. Während der letzten 14 Jahre halbierte sich der Verbrauch in Deutschland von einst 17.000 Tonnen auf heute 8.000 Tonnen. Allein mit dem Ausgleich dieser Differenz wären 18 Anlagen unserer Größe voll ausgelastet. Begehrtes Produkt, starke Nachfrage, rentable Anlage, hohe Marktpreise: Was soll da schief gehen?

Woraus leiten Sie Ihre Renditeperspektiven ab?

Hans Acksteiner: Ausgereifte technische Entwicklung, innovative Zukunftstechnologie, volle Auslastung von Anfang an, begehrtes Produkt, starke Nachfrage… Und erwartbare Steigerung wegen des anstehenden Paradigmenwechsels: Klima, Fridays for Future.

Wie viel ist da drin?

Hans Acksteiner: Wir gehen für 2019 von einer Grundverzinsung von 6 Prozent für das investierte Kapital aus, 2020 dann von 7 Prozent, 2021 von 7,5 Prozent und ab 2022 von 8 Prozent per annum. Dazu kommt ab 2022 eine Gewinnbeteiligung von 3 Prozent von dem verkauften Fisch. Unter dem Strich entspricht das einer Rendite von rund 7,5 Prozent bei 8 Jahren Beteiligungsdauer, plus Gewinnbeteiligung.

Höhere Produktion senkt den Marktpreis, lautet ein ökonomisches Grundgesetz. Wenn Sie hoch effektiv gefragte Ware in großer Menge produzieren – treten Sie sich dann nicht selbst ans Bein?

Hans Acksteiner: Derzeit übersteigt die Nachfrage das Angebot so signifikant, dass ich viele Anlagen installieren kann, ehe das eintritt. Sollten dann Wildfangmengen – egal wo – weiter sinken, sind wir für lange Zeit auf der absolut sicheren Seite. Außerdem sind wir die einzigen, die das richtig können. Wels und Karpfen kann jeder züchten. Der Zander ist was für Spezialisten. Warum sollten wir uns selbst die Preise verderben?

Sie stellen die Lösung der Welt-Nahrungsprobleme in Aussicht. Klingt hoch gestapelt! Wie kommen Sie darauf?

Hans Acksteiner: Die Weltbevölkerung wächst noch immer, das Ende ist offen. Wohl kaum wird sich die Mehrheit zum Vegetarismus bekehren. Unsere Fischzucht funktioniert sehr ressourcenschonend: Der Fisch braucht kaum mehr Futter als er am Ende auf die Waage bringt. Von solchen Zahlen kann die klassische Viehzucht nur träumen. Hier haben wir bis zur sechzehnfachen Futtermenge pro Kilo Endgewicht. Daran hängen außerdem in großem Maße Massentierhaltung und die damit verknüpften Herausforderungen, Gülleproblematik, Logistik, Klimaproblematik. Die Welt-Nahrungsprobleme lösen wir damit ganz nebenbei: Hochwertige Nahrungsmittelproduktion komplett vorbei an der Problematik von Ozeanverschmutzung oder leer gefischten Weltmeeren. Kein Eingriff ins ökologische Gleichgewicht. Keine Wasserverschmutzung, und sogar Unabhängigkeit von Verschmutzungszustand in Fließgewässern.

Wir kennen Forellenzuchtanlagen an starken Quellen irgendwo im Wald. Warum machen Sie Indoor-Zanderzucht in einer Kreislaufanlage? Das erfordert immerhin eine Anlage, eine Halle drumrum, Wasserbewegung, Bewirtschaftung, Fäkalienabscheidung und Management des biologischen Gleichgewichts. Was ist daran noch ökologisch?

Hans Acksteiner: Absolut genial, so eine Forellenzuchtanlage im Quellgebiet. Doch die Quellen sind nicht vermehrbar, die Flächen vergeben. Die Becken erfordern dennoch eine hohe Investition und greifen in die oft naturgeschützte Landschaft ein. Forellenteiche sind Folklore. Sie haben Bestandsschutz, aber neue werden nicht mehr genehmigt. Warum? Weil das Wasser nicht gereinigt werden kann, so wie das bei uns der Fall ist. Oben kommt sauberes Wasser in den Teich, unten fließt verschmutztes Wasser in den Bach. Das soll nachhaltig sein? Wir können unsere Kreislaufanlage überall installieren, eine Halle drumherum bauen, Trinkwasseranschluss, Stromanschluss, Fäkalienabscheidung, ein paar Beschäftigte, fertig. Das greift sehr wenig ins Ökosystem ein. Bei hohem Ertrag. Alle Alternativen der Nahrungsmittelproduktion wären unökologischer.

Also doch Fäkalien, Gülle, das ganze Programm? Wo liegt da der Mehrwert gegenüber der Rinder- oder Schweinemast?

Hans Acksteiner: Die Abfälle auf ganz niedrigem Niveau! Wer nur ein Sechzehntel frisst, scheidet auch sehr wenig aus. Dann greift das ganze interne Programm: Mechanische Reinigung des Wassers, Abscheidung von Gülle, biologische Reinigung, geringe Frischwasserzufuhr. Komplett ohne Chemie, denn die würde die biologische Reinigung schachmatt setzen, Eigentor! Was dann an Gülle anfällt, da lässt sich immer was mit lokalen Behörden oder landwirtschaftlichen Betrieben regeln. Das ist Dünger.

Von der Menge her ist das pro Anlage ungefähr eine Schubkarre voll pro Tag. Eine Kuh schafft das fast allein.

Das Endprodukt Zander?

Hans Acksteiner: … hat Bioqualität!

Ein Netzgehege im Meer verzichtet auf die ganze Anlage. Bei aller Plastikproblematik gehe ich davon aus, dass Atlantikwasser in norwegischen Fjorden noch sauber ist. Wäre da nicht Lachs in Aquakultur das bessere Investment?

Hans Acksteiner:

Um Himmels Willen, nein! Chile und Norwegen versorgen uns so mit billigem Lachs. Meerwasser ist zunächst sauber. Tausende Fische auf so wenigen Quadratmetern produzieren jedoch sehr viele Exkremente, die nicht entsorgt werden – siehe Forellenzucht. Die machen das Ökosystem des betroffenen Meeres zur Kloake. Zudem treten typische Probleme der Massentierhaltung auf. Um Krankheiten zu vermeiden, werden tonnenweise Antibiotika über den Netzkäfigen ins Meer gekippt. Mit den bekannten Folgen: Bakterienstämme werden resistent, irgendwann wirken Antibiotika beim Menschen nicht mehr. Ein riesiger Rückschritt für die Menschheit! Außerdem erinnere ich daran, dass Zander weit höhere Marktpreise erzielt als Lachs.

Herr Acksteiner, wir danken für das Interview.

Weitere Infos für interessierte Investoren im Netz unter www.edelfisch-investment.com