20. Mai 2019
Denys Sokolow

In den Großstädten schießen Baustellen wie Pilze aus dem Boden. Doch das Statistische Bundesamt  meldet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der erteilten Baugenehmigungen.

Von Januar bis März 2019 erteilten die Behörden in Deutschland Genehmigungen für Bau von insgesamt 75 600 Wohnungen. Das entsprach einem Rückgang von 2,8 Prozent oder 2200 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2018 waren im ersten Quartal noch 77 800 Wohnungen genehmigt worden

Einen Zuwachs von 2,3 Prozent vermeldeten die Statistiker allein im Segment der Einfamilienhäuser. Die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser sank dagegen um 4,0 Prozent, die Zahl der genehmigten Mehrfamilienhäuser um 4,4 Prozent.

Noch stärker zeigte sich ein Knick bei neu zu errichtenden Nicht-Wohngebäuden. Bei allen im ersten Quartal 2019 genehmigten Nichtwohngebäuden verringerte sich der umbaute Raum um 7,5 Prozent, um 3,9 Millionen Kubikmeter auf 47,5 Millionen Kubikmeter. Damit summierte sich der Rückgang für die gesamte Branche auf 4,4 Prozent.

Angesichts der Debatte um steigende Mieten fordert daher die GdW, der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, sich auch in dieser Legislaturperiode der Aufgabe zu stellen, den dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Deutschland zu gewährleisten. Nach Ansicht des Verbandes erfordert das in den kommenden Jahren die Errichtung von mindestens 400.000 zusätzlichen Wohneinheiten. Dazu zählen jährlich mindestens 80.000 Sozialwohnungen und weitere 60.000 Mietwohnungen im bezahlbaren Wohnungssegment.

GdW-Präsident Axel Gedaschko beklagt den Rückgang: „Das ist ein Alarmsignal für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens“. Er rief Kommunen dazu auf, Grundstücke für die besten Gesamtkonzepte und nicht nach Höchstpreisen zu vergeben. Zudem müssten nach seiner Ansicht Planungsverfahren beschleunigt und steuerliche Anreize für Investoren geschaffen werden. Die Zahl der Baugenehmigungen waren nach dem Hoch im Jahr 2016 bereits 2017 und 2018 wieder zurück gegangen, nachdem sie von 2008 an gewachsen war. Die große Koalition strebt gemäß ihrer Vereinbarung den jährlichen Bau von 375000 Wohnungen an, das sind 1,5 Millionen bis 2021.