24. April 2019
Anastasia Bergstern

Wie Zahnlücken bei den Schneidezähnen sehen sie aus: Leer stehende Geschäfte in den Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen mittelgroßer Städte. Ein schlechtes Omen, selbst wenn das Umfeld floriert. Ist das der Niedergang, weil alle nur noch im Internet bestellen und die Innenstädte nur noch zum vorherigen Testen betreten? Oder ist das Angebot in den Schaufenstern einfach zu hausbacken dröge, zu wenig Glanz der Welt? Ist das das Ende der Innenstädte? Ein Start-Up hat einen Ausweg gefunden und verbindet die aufs Optische reduzierte Online-Welt mit dem Shopping-Gefühl der Fußgängerzone und den haptischen Eindrücken im Geschäft. Und den Glanzlichtern der Welt.

Aschaffenburg, Frohsinnstraße. Nicht nur eine frohgemute Adresse, auch eine der belebten Einkaufsstraßen der Stadt. Der Schriftzug „Miedergeschäft“ weckt weibliche Eitelkeit und Männerträume. Doch die leeren Schaufenster lassen die großartige Vergangenheit des mit Kisten vollgestellten leeren Ladens nur noch erahnen. Die meisten Modegeschäfte im Umfeld gehören zu den großen Ketten. Die Kleinen halten mit Überraschungen wacker mit – doch immer bleibt ein Zweifel: Ist das hier wirklich Paris, Milano oder New York? Oder finde ich das Weltgefühl erst in Frankfurt? Denn die Bestellung der zwei Hingucker für den kleinen feinen Laden sind dem Lieferanten oft zu mickrig – und er liefert nicht.

Adcada tritt an mit dem Anspruch, diese Lücke zu füllen. Und die Innenstädte wieder attraktiver zu machen. Auf den ersten Blick ist adcada nichts als ein weiterer Online-Bekleidungshändler. Aussuchen, bestellen, abwarten, das Einzelstück fühlen im stillen Kämmerlein und für gut oder schlecht befinden und zurückschicken müssen. Doch adcada ist mehr! Adcada ist gleichzeitig der Großhändler mit Pfiff. Die Adcada Fashion.Zone bestellt die modische und schicke Designerware in ausreichender Menge. Der kleine feine Laden kann hier auch seine zwei Hingucker ordern, die er sonst nicht bekäme, zusätzlich zu seinem sonstigen Sortiment. Das Schaufenster aufpeppen. Beim Publikum mit Alleinstellungsmerkmalen punkten. Und die große Kette zur Massenware degradieren.

Die Zusammenarbeit mit adcada lockt mit weiteren Knüllern. Bezahlen muss der Händler erst, wenn er selbst die Ware verkauft hat. Nicht verkaufte Ware kann er kostenlos wieder abholen lassen. Zudem kann der Händler sogar anderswo gekaufte Ware auf dem Fashion-Zone-Portal mit anbieten und damit den Kundenkreis um die Online-Welt vergrößern.

Der Pep, das Anfassen, Anprobieren und Ausprobieren, die Überraschungen und geschmackliche Kombinationen – das bietet nur das echte Ladengeschäft. Das sind die Pfunde, die das Geschäft dem Guckloch-Gefühl des Bildschirms voraus hat. Ein attraktives Angebot macht auch kleine Innenstädte wieder richtig attraktiv. Damit die Kunden sich auch dort wohl fühlen und wieder kommen.