5. April 2019
Anastasia Bergstern

Die Klimaziele zu erreichen, die eine Reduzierung der CO2-Emissionen und der Erderwärmung zum Inhalt haben, das gehört zu den größten Herausforderungen der Gegenwart. Speziell der Mobilitätssektor im Schwerlastverkehr muss dringend auf Alternativen zu herkömmlichen Kraftstoffen wie z.B. Diesel umgestellt werden, da dieser mit etwa 200 Millionen Tonnen CO2 im Jahr bereits 25% der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland ausmacht. Um für diese Problematik Abhilfe zu schaffen, taucht immer öfter der Begriff LNG (Liquefied Natural Gas, also Flüssiggas als emissionsarme Alternative zu anderen Kraftstoffen auf. Das Bundeskabinett hatte bereits am 15. Februar 2017 die Verlängerung der Steuerbegünstigung für komprimiertes und verflüssigtes Erdgas (CNG und LNG) als Kraftstoff bis zum Jahr 2026 beschlossen, und so gezielt Anreize für Unternehmer und Verbraucher gesetzt. Aber erst jetzt bekommt das Thema Flüssiggas eine eigene Dynamik, die dazu führt, dass auch Emissionshäuser, Beteiligungsgesellschaften und institutionelle Investoren auf den Zug aufspringen wollen, um am wachsenden Boom zu profitieren. Auch andere Länder und Kontinente haben die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung von LNG erkannt und rüsten sich kontinuierlich mit sogenannten LNG-Terminals aus, in denen große Flüssiggas-Reserven gelagert und umgewandelt werden können. Jetzt beginnt das Ringen um Liefer- und Abnahmeverträge, um den gesamten Ausbau einer marktwirtschaftlichen LNG-Infrastruktur und um die besten Preise, wie bei Nord Stream 2.

Projektentwickler wie die Schweizer Vista Holding Group AG aus Zürich haben sich rechtzeitig bemüht, eine flächendeckende Ressourcen-Abdeckung über eine amerikanisch-europäische Lieferkette mit hohen Kapazitäten sicherzustellen, um einer zukünftig steigenden Nachfrage nach Flüssiggas entsprechen zu können, ist in mehreren Unternehmensmeldungen zu lesen. Darin zeigt sich kaufmännischer Weitblick und unternehmerisches Geschick, welches man braucht, wenn man sich in einem milliardenschweren Markt von Rohstoffen und Energiewirtschaft erfolgreich durchsetzen will. Der Schweizer Konzern prognostiziert in diesem Zusammenhang Renditen von 6,05 Prozent, die als Jahresergebnis an Investoren ausgeschüttet werden sollen. Diese können sich über unternehmenseigene Finanzierung am Unternehmenserfolg beteiligen und die steigende Bedeutung von LNG-Gas in der Diversifizierung in der Erdgas- und Energieversorgung gewinnbringend nutzen. Wie ein Unternehmenssprecher dazu äußerte, will der Konzern sich am Ausbau der Infrastruktur für Flüssiggas mit flächendeckenden Energiekonzepten in Europa beteiligen, um sich gegen Konkurrenzprodukte wie russisches Pipeline-Gas durchzusetzen und den Markt der dynamisch wachsenden Energieträger gezielt für sich zu nutzen. Derzeit ist es noch möglich, den in Asien gehandelten LNG-Preis von 10 auf 6 US-Dollar pro Einheit (MBtu) zu reduzieren, um ihn dann nach Lagerung in den derzeit großräumig welt- und europaweit errichteten LNG-Terminals einzulagern und zum späteren Zeitpunkt gewinnbringend zu veräußern. Denn der Markt wächst und die Verpflichtung zur Nutzung umweltfreundlicher Energieträger ist für alle Beteiligten gleich bindend.

Was hat es mit LNG auf sich?

Bei minus 162 Grad wird herkömmliches Erdgas durch Schrumpfung auf ein Sechshundertstel (das Expansionsverhältnis von flüssig zu gasförmig beträgt 1:600 ) seiner Größe gebracht und verflüssigt und zu Liquefied Natural Gas (LNG) – Flüssig-Erdgas umgewandelt und mit der Norm DIN EN ISO 16903 gekennzeichnet. LNG ist verflüssigtes Erdgas, das tiefkalt (kryogen) ist. LNG heißt auf übersetzt „Erdgas, tiefkalt verflüssigt“ oder „Flüssigerdgas“. LNG hat einen durchschnittlichen Brennwert von 11,6 kWh / m3. LNG ist ein Gemisch aus überwiegend Methan (ca. 98%). LNG hat eine sehr hohe Energiedichte.

Wegen seines Emissionsminderungspotentials bietet der Einsatz von Gas und Flüssigerdgas bei den Bemühungen um eine gesündere Umwelt erhebliche Chancen. Speziell in der See- und Binnenschifffahrt und in besonderem Maße im Schwerlastverkehr auf der Straße ist LNG eine saubere Alternative zu den Schweröl- oder Dieselbasierten Antriebskonzepten. Im Individualverkehr wird Gas-Mobilität über den CNG-Pfad (komprimiertes Erdgas) wie man weiß schon seit vielen Jahren eingesetzt, konnte sich aber in Europa bis dato kaum durchsetzen. Mit dem Fokus auf LNG-Gas haben viele Investoren bereits heute die Weichen auf Erfolg gestellt, um als Teil zukünftiger Energiekonzepte den unaufhaltsamen Wandel von Ressourcen des Energiesektors in voraussichtlich hohem Umfang monetär für sich zu nutzen.